MEINE WUNDER & ICH RÄUME AUF | 6. Mai

Zwei Filme aus den 1970er Jahren von Georg Brintrup über die Dichterin Else Lasker-Schüler

Meine Wunder, Buch und Regie: Georg Brintrup, Italien 1976,, 30 min ‚, 16mm, s/w, mit Rose Sedat
Ich räume auf, Buch und Regie: Georg Brintrup, BRD 1979, 60 min ‚, 16mm, Farbe, mit Gisela Stein, Frank Burkner, Hanns Zischler

Meine Wunder adaptiert sieben Gedichte der Lyrikerin zur Musik von Arnold Schönberg. Das erste Gedicht, „Abba ta marjam“ wird in der Phantasiesprache der Dichterin zu Anfang des Films gesungen. Else Lasker-Schüler schrieb ein Pseudo-Hebräisch. Sie wollte nicht, dass ihre Gedichte ins Hebräische übersetzt werden, da sie ihrer Meinung nach schon in „hebräisch“ geschrieben seien. Der Film spielt im Luna-Park von Rom. Bei dem Film wurde zuerst der Ton aufgenommen und danach das Bild. Dadurch ergibt sich eine leichte Asynchronität, die den Charme dieses experimentellen Films ausmacht.

Die Gedichte: Abba ta marjam, Weltflucht, Leise sagen, Ein alter Tibetteppich, Ich bin traurig, Heimweh, Vollmond

Der mittellange Spielfilm Ich räume auf thematisiert eine Anklagerede von Else Lasker-Schüler. Ihre Anklage wendet sich gegen ihre Verleger, die sie ausbeuten und ihres „stolzesten Besitzes“ berauben.

Georg Brintrups Film ‚Ich räume auf‘ spielt im Berlin der 20er Jahre und orientiert sich eng an Else Lasker-Schülers Klage gegen ihre Verleger. Behutsam und mit großer Genauigkeit werden Filmbilder mit Schriftsprache vereint; ein sehr poetischer Film – mit einer Geste von ‚heroischem Realismus‘, der die Form der Ausbeutung und Korruption von ästhetischer Produktion, der sich keine Gattung von Kunstwerken entziehen kann, aktuell thematisiert.“ (Monika M. Hielscher in „Medium“ 10.Jg. 1980, Heft 5)

Im Rahmen von „poetry“                        

Montag,  6. Mai 2024 | Schloßtheater | 20:00 Uhr