DER PASSAGIER – WELCOME TO GERMANY | 5. September

Filmplädoyer von Marc Eberhardt & Jascha Riesselmann für Thomas Braschs Film über die Schwierigkeiten beim Versuch, die Vergangenheit durch Kunst zu bewältigen.

Regie: Thomas Brasch, BRD 1987, 103 min., FSK o.A., mit Tony Curtis, Katharina Thalbach, Matthias Habich, Leslie Malton u.a., teilw. engl. mit deutschen Untertiteln

Thomas Brasch und Jurek Becker erzählen die Geschichte des erfolgreichen amerikanischen Regisseurs Cornfield, der 1987 in Deutschland einen Dokumentarfilm über ein Nazi-Filmprojekt drehen will. Schon sehr bald wird klar, dass Cornfield in Wahrheit kein dokumentarisches Ziel verfolgt, sondern vielmehr mit Hilfe der Dreharbeiten hofft, sein persönliches Holocaust-Trauma zu überwinden: Der ungarische Jude und KZ-Häftling Cornfield hat während des Zweiten Weltkrieges in einem Nazi-Propagandafilm mitgespielt, in dessen Folge ein KZ-Mithäftling umkam. Kunstvoll, fast mystisch und eher reduziert skizziert Thomas Brasch in der Figur Cornfields das Psychogramm einer zerrissenen Persönlichkeit auf der Suche nach der Wahrheit.

„Gegenwart? Wann war das?“ fragt sich Thomas Brasch, der mit Der Passagier – Welcome to Germany 1988 zu den Internationalen Filmfestspielen von Cannes eingeladen wurde. Marc Eberhardt und Jascha Riesselmann sind das Residenz-Tandem des LITFILM Festivals 2022. Sie fragen sich: „Feuerzangenbowle? Was war das?“

…Der mit Herbert Grönemeier, George Tabori und Matthias Habich in den weiteren Rollen gut besetzte Film, bleibt im Jammerladen des deutschen Films eines der gelungensten Projekte der letzten Jahre. (taz)

Mit Filmplädoyer von Marc Eberhardt und Jascha Riesselmann

5. September 2022 | Schloßtheater | 20:30 Uhr


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