Geschichte

1948

Der filmclub münster wurde bereits am 11. Juni 1948 als Filmclub der britischen Besatzungszone gegründet. Damit ist er der älteste noch existierende Filmclub Deutschlands.
Die Ziele der Gründer waren, im Nachkriegsdeutschland ein Verständnis für Film als eigenständiges Kunstwerk zu wecken und den Grundstein für ein neues kulturelles Bewusstsein zu legen.

1949

Gegründet wurden die Filmclubs als Teil der Democratic Reeducation Policy der drei westlichen Besatzungsmächte, nach dem Vorbild der französischen Ciné-Clubs und der britischen Film Societys.

Der Publizist Walter Hagemann, oft als Vater der deutschen Filmclub-Bewegung bezeichnet, war in den ersten Jahren Präsident des Filmclub Münster und sorgte für die enge Anbindung an die Universität.

Der Club erreichte schnell 1.200 Mitglieder und begann sein monatliches Programm von Filmvorführungen im Rahmen von Diskussionsabenden. Gezeigt wurden „hervorragende Filme der deutschen oder ausländischen Produktion aus Gegenwart oder Vergangenheit“.

1956 Umzug ins Schloßtheater

Zusammen mit Peter Pleyer, einem ehemaligen Filmclub-Mitarbeiter und Lehrbeauftragten für Publizistik, nun Geschäftsführer des Schloßtheaters, zog das Programm in das Kino am Kanonierplatz um, in dem auch heute noch die Filmclub-Programme laufen.
Das Schloßtheater, erbaut 1953,ist eins der ältesten Kinos der „Gilde deutscher Filmkunst“ und steht unter Denkmalschutz.

1970 Ende und Neuanfang

Mit den 60er-Jahren endete die Hochzeit der Filmclubs und die Zeit der kommunalen Programmkinos begann. Für den Filmclub Münster allerdings startete mit dem Einstieg der Volkshochschule 1970, des Westfälischen Kunstvereins 1974 und des AStA 1975 ein neuer Aufschwung. Der Filmclub Münster entwickelte sich zum Ort für ein Repertoire-Programm abseits des gewerblichen Mainstreams und zeigte Retrospektiven über die Länge eines Semesters und Erstaufführungen von SOLARIS, MAI 1968, SCHLACHT UM CHILE.

1995 Neuaufstellung

Nach einer finanziellen Durststrecke Anfang der 90er-Jahre wurde der Filmclub 1995 erneut umstrukturiert und um die Träger Filmwerkstatt Münster, VHS und Münstersche Filmtheaterbetriebe erweitert.
Die Leitung hatte Peter Stark und mit dem Logo-Auge, den Programmheften und den Plakaten von David Kluge gewannen die Filmreihen eine neue Sichtbarkeit.

Bis 2020 Filmreihen und Ausstellungen

Der Ausstieg von Peter Stark und David Kluge wurde durch den Einsatz von Winfried Bettmer und Carsten Happe von der Filmwerkstatt Münster aufgefangen und mit dem erstarkten Engagement des Westfälischen Kunstvereins laufen Reihen parallel zu Ausstellungen.

Neben dem politischen und filmhistorischen Fokus bilden die
Indischen und Russischen Filmtage Schwerpunkte mit internationalen
Erstaufführungen.