CRASH | 22. Januar

In David Cronenbergs seinerzeit skandalösem Seelentrip werden Autos und Karambolagen zur sexuellen Erfahrung und Sucht – mit Filmplädoyer von Lennart Aufenvenne

Regie: David Cronenberg, USA 1996, 100 min., FSK 18, mit James Spader, Holly Hunter, Deborah Kara Unger, Rosanna Arquette u.a., Originalversion mit deutschen Untertiteln

Gleichförmig fließender Verkehr in einer grauen, anonymen Großstadt – der monotone Alltag des Filmproduzenten James Ballard und seiner Frau Catherine gewinnt auch durch ausgefallene sexuelle Freizügigkeiten nur noch wenig an Farbe. Die erotischen Eskapaden nehmen jedoch ungeahnte Dimensionen an, als Ballard durch einen Autounfall aus seiner stumpfen Existenz in eine neue Sinneswelt katapultiert wird: quietschende Reifen, zersplitterndes Glas, der kurze dumpfe Knall des sich gierig ineinanderfressenden Metalls – nie zuvor hatte Ballard ein so intensives Gefühl verspürt. Er entwickelt daraufhin eine Obsession für den fahrbaren Untersatz. Das kühle Metall und die Kraft der Maschine werden zur sinnlichen Erfahrung, das Auto gerät zur erotischen Passion. Auch die Fahrerin des anderen Unfall-Wagens, Dr. Helen Remington, empfindet seit ihrer Karambolage so … 

Sex und Gewalt, Mensch und Maschine gehen in diesem obsessiven Zirkel ungeahnte Verbindungen ein und lassen herkömmliche Grenzen schwinden. Der ultimative Kick verlangt nach radikalen Ritualen.

Ballard ist bereit, seine neuen Lebenswege ohne Bremsen, aber mit Vollgas zu befahren. Er gerät in die Welt von Fetischisten, die nur ein Ziel haben: mit Autos crashen! David Cronenbergs seinerzeit skandalöser Seelentrip provoziert durch Gewalt und Sexualität.

“Cronenberg hat einen Film geschaffen, der zugleich Kälte ausstrahlt und dennoch sehr sinnlich ist – so wie die dargestellte Auto-Erotik.” (Thomas Willmann, artechock)

Montag, 22. Januar 2024 | Schloßtheater | 20:00 Uhr

mit Filmplädoyer von Lennart Aufenvenne


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